EUROPÄISCHE UNION
Das Europäische Parlament hat eine Reihe von Entschliessungen verabschiedet, in denen es seine Auffassung und Kritik zu einzelnen Fragen, die Schengen betreffen, dargelegt hat. Wiederholt hat es sein Bedaueren darüber geäussert, dass Schengen neue Formen der Diskriminierung zwischen Unionsbürgern aufgrund ihrer Nationalität auf der einen und gegenüber Angehörigen aus Drittstaaten, die rechtmässig in der Union leben, auf der anderen Seite geschaffen hat. Es vertritt ebenfalls die Auffassung, dass der Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen nicht als Entschuldigung für die systematischen Kontrollen im Binnengrenzraum oder die "hermetische Abschottung" an den Aussengrenzen herhalten darf.
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Auch hat das Parlament das Fehlen von Transparenz und demokratischer Kontrolle des Schengener Abkommens festgestellt und darauf bestanden, dass die Schaffung behördlicher und polizeilicher Zusammenarbeit auf europäischer Ebene nicht ohne die demokratische Kontrolle durch das Europäische Parlament, die gerichtliche Kontrolle durch den Europäischen Gerichtshof und nicht ohne Transparenz und eine bessere Abklärung der Zuständigkeiten erfolgen darf. Im Hinblick auf die Kontrollen an den Aussengrenzen fordert das Parlament einen umfassenden Bericht über diese.